Röntgenbild einer Hundewirbelsäule Keilwirbel beim Hund sind angeborene Fehlbildungen einzelner Wirbel: Der Wirbelkörper ist nicht rechteckig, sondern keilförmig, weil er sich vor der Geburt nicht richtig entwickelt hat. Fachleute sprechen von Hemivertebra. Vor allem Französische Bulldoggen, Englische Bulldoggen und Boston Terrier sind betroffen. Viele dieser Hunde haben jedoch nie Beschwerden; nur wenn die Fehlbildung das Rückenmark einengt, wird es ernst.

Was sind Keilwirbel beim Hund?

Ein gesunder Wirbelkörper ist ungefähr quaderförmig. Bei einem Keilwirbel ist dagegen eine Seite nicht oder nur teilweise ausgebildet, sodass der Wirbel wie ein Keil aussieht. Dadurch knickt die Wirbelsäule an dieser Stelle ab, nach oben (Kyphose), zur Seite (Skoliose) oder in beide Richtungen.

Wichtig zu wissen: Keilwirbel entstehen bereits im Mutterleib. Sie sind deshalb keine Folge von falscher Haltung, Fütterung oder Bewegung. Übrigens meint das Wort „Keilwirbel“ beim Menschen meist etwas anderes, nämlich einen eingebrochenen Wirbel nach einem Bruch. In diesem Beitrag geht es nur um die angeborene Form beim Hund.

Welche Hunde haben Keilwirbel?

Keilwirbel können grundsätzlich bei jeder Rasse vorkommen. Besonders häufig sind sie jedoch bei kurzköpfigen Rassen mit Korkenzieher- oder Knickrute, also vor allem bei Französischen Bulldoggen, Englischen Bulldoggen und Boston Terriern. Bei diesen Rassen werden Keilwirbel in Untersuchungen bei der großen Mehrheit der Tiere gefunden, oft als Zufallsbefund.

Die gedrehte Rute selbst entsteht übrigens ebenfalls durch verformte Wirbel, nämlich im Schwanz. Forschende der Universität Kalifornien haben 2018 eine Erbanlage (im Gen DVL2) beschrieben, die mit dieser Rute und mit Wirbelfehlbildungen zusammenhängt. Deshalb empfehlen Tierschutzfachleute, bei der Zucht auf gerade Ruten zu achten.

Woran erkenne ich, dass Keilwirbel Beschwerden machen?

Frühe Anzeichen Ernste Anzeichen
Schmerzen, etwa beim Hochheben oder Anfassen des Rückens Hinterbeine werden schwächer oder knicken ein
unsicherer, schwankender Gang hinten Hund kann hinten nicht mehr laufen
auffällig gekrümmter Rücken Urin oder Kot können nicht mehr gehalten werden
Muskeln an den Hinterbeinen bauen ab

Wann sollte ich zum Tierarzt?

Viele Hunde mit Keilwirbeln zeigen ihr Leben lang keine Anzeichen. Bei manchen bleiben die Beschwerden außerdem leicht und verändern sich nicht. Treten jedoch Anzeichen auf, schreiten sie häufig fort; eine Übersicht nennt dafür etwa 85 Prozent der Fälle. Deshalb gilt: Bei Rückenschmerzen oder einem unsicheren Gang bitte zeitnah tierärztlich untersuchen lassen. Sofort in die Praxis gehört dein Hund, wenn er die Hinterbeine nicht mehr richtig bewegen oder Urin und Kot nicht mehr halten kann.

Die Anzeichen beginnen oft schon bei jungen Hunden im Wachstum. Bei leichten Fällen stabilisiert sich der Zustand häufig, sobald das Wachstum mit etwa neun Monaten abgeschlossen ist.

Wie werden Keilwirbel festgestellt?

Zunächst untersucht die Tierarztpraxis deinen Hund gründlich, auch neurologisch. Auf Röntgenbildern sind Keilwirbel gut zu sehen. Ob sie tatsächlich auf das Rückenmark drücken, zeigt allerdings erst eine genauere Bildgebung, vor allem die Magnetresonanztomographie (MRT). Vor einer Operation wird sie deshalb in der Regel gemacht.

Wie werden Keilwirbel behandelt?

  • Keine Beschwerden: Dann ist meist keine Behandlung nötig. Trotzdem lohnt es sich, den Rücken im Alltag zu schonen.
  • Leichte, gleichbleibende Beschwerden: Hier begleitet die Tierarztpraxis deinen Hund und entscheidet, ob Schmerzmittel, Ruhe oder Physiotherapie sinnvoll sind.
  • Fortschreitende oder schwere Beschwerden: Dann kann eine große Operation an der Wirbelsäule nötig werden, die das Rückenmark entlastet und die Wirbelsäule stabilisiert. Sie gehört in eine spezialisierte Klinik und hilft leider nicht in jedem Fall.

Was hilft im Alltag?

  • Sprünge vermeiden: Hebe deinen Hund ins Auto und aufs Sofa oder nutze eine Rampe; Treppen möglichst meiden.
  • Gewicht im Blick: Jedes Kilo zu viel belastet zusätzlich den Rücken.
  • Geschirr statt Halsband: So wirkt kein Zug auf Hals und Wirbelsäule, wenn dein Hund an der Leine zieht.
  • Rutschfeste Böden: Teppiche oder Läufer auf glatten Fliesen und Parkett geben Halt.
  • Regelmäßige Kontrolle: Beobachte vor allem bei jungen Hunden Gang und Haltung und sprich Veränderungen früh an.

Häufige Fragen

Sind Keilwirbel beim Hund heilbar?
Die Fehlbildung selbst bleibt bestehen. Viele Hunde leben jedoch beschwerdefrei damit, und bei schweren Fällen kann eine Operation das Rückenmark entlasten.

Kann ein Welpe Keilwirbel bekommen, wenn er falsch gefüttert wird?
Nein. Keilwirbel sind angeboren und entstehen schon vor der Geburt.

Haben alle Französischen Bulldoggen Keilwirbel?
Nicht alle, aber sehr viele. Deshalb ist ein Röntgenbild der Wirbelsäule bei Zuchttieren sinnvoll.

Was ist der Unterschied zum Cauda-Equina-Syndrom?
Keilwirbel sind angeboren. Das Cauda-Equina-Syndrom entsteht dagegen meist durch Verschleiß am Übergang zum Kreuzbein, vor allem bei älteren, großen Hunden.

Quellen

Ein Keilwirbel ist kein Urteil, sondern ein Grund, genauer hinzuschauen. Mit Aufmerksamkeit im Alltag und einer guten Tierarztpraxis an deiner Seite führen viele betroffene Hunde ein fröhliches Leben.

Weiterlesen: Cauda-Equina-Syndrom beim Hund · Lähmungen beim Hund · Erkrankungen bei Mops und Französischer Bulldogge

Aus unserem Sortiment

DOG FIT by PreThis® JOINTS elements und VITAMIN B im Kombiset. JOINTS elements enthält Glucosamin, Collagen, MSM und Chondroitin, VITAMIN B alle acht B-Vitamine. Du findest das Set in unserem Shop.

JOINTS elements & VITAMIN B

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert