hund fressenWas waren das für Zeiten, als es bei Oma oder auf dem Bauernhof für die Hunde das gab, was vom Essen übrig war. Kommerzielles Hundefutter war überhaupt nicht bekannt, vielleicht entsinnen sich die Älteren noch. Aber Oma wusste ja auch genau, was im Hundenapf war. Im Gegensatz zu heute – wo die Etiketten und Erklärungen auf manchem Hundefutter für einen Laien fast unverständlich sind.

Daher geht der Trend zu frischem Futter, immer mehr Hundehalter kommen darauf. Dazu erklärt unsere Hunde-Ernährungsberaterin, wenn ein Halter die Rationen selbst zusammen stellen will, sollte er sich erst genau informieren, worauf bei dem frischen Hundefutter zu achten ist. Ein ausreichender Anteil an tierischen Nahrungsmitteln, die den Proteinbedarf abdecken, ist für Hunde immens wichtig. Dann sind außerdem Gemüse, Obst, Kohlenhydrate und auch Fette unerlässlich. Das sind die Grundlagen für eine richtige Ernährung. Da müssen sicher einige Nährstoffe zusätzlich je nach Bedarf ergänzt werden. So erläutert unsere Expertin und rät, jeder der seinen Hund ausschließlich frisch füttern möchte, muss sich unbedingt vorher genau informieren. Am besten bei einem auf Ernährung spezialisierten Tierheilpraktiker, der auch eine Rationsberechnung erstellen kann. Aber, wer gelegentlich dem Hund ein rohes und noch ungewürztes Stück vom Sonntagsbraten spendiert, kann das bedenkenlos tun. Leuchtende Hundeaugen danken es.

Hunde und ihr Fleischkonsum

Ist ein Hund wirklich ein wölfischer Fleischfresser? Viele Hersteller von Hundefutter glauben das, es ist sogar ein Wettstreit um den höchsten Fleischanteil ausgebrochen. Da stellt man sich als Hundehalter natürlich die Frage, wie viel Fleisch ein Hund überhaupt braucht. Da ist die Meinung unserer Tierärztin hilfreich. Sie erklärt, dass der Proteinbedarf eines Hundes gedeckt sein muss, das ist wissenschaftlich bewiesen. Wie hoch dieser aber sein muss, hängt von der Größe und dem Gewicht des Hundes ab. Ist der Fleischanteil im Futter höher als der Proteinbedarf, bringt das nichts. Das kann weder vom Organismus verwertet werden, noch werden Muskeln aufgebaut. Sehr fleisch- bzw. eiweißreiche Nahrung ist zuviel für die Organe, außerdem wird die Darmflora belastet. In den meisten Fällen, decken die im Handel erhältlichen Hundefutter den Proteinbedarf eines durchschnittlichen Hundes aber gut ab. Aber wir bleiben ja bei frischem Futter. Die Proteinration muss nicht immer nur aus Fleisch bestehen, Eier und pflanzliche Proteinlieferanten, wie Soja oder Tofu, schaden auch einem Hund nicht. Sie können das Fleisch sinnvoll ergänzen.

Wer doch lieber auf ein fertiges Alleinfuttermittel zurückgreifen möchte, sollte folgendes beachten:

Bitte, wenn möglich, nicht beim Futter sparen. Es muss nicht die teure Luxus-Futter-Variante sein, aber Billigfutter hat nicht immer eine ausreichend gute Qualität. Zu beachten ist vor allem, dass keine Aroma-Zusatzstoffe, zuviel Jod, künstliche Vitamine, Zucker und Acrylamid enthalten sind und das der Proteinanteil hoch genug ist.

Hier ein Beispiel für einen ausgewogenen Anteil der Inhaltsstoffe:
Rohasche: mind. 2 %,  Rohfaser: max. 5 %, Protein: mind. 22 %, Fett: mind. 5 %, Kohlenhydrate: max. 50 %.

Dill – auch für Hunde ein gutes Heilkraut

Die ersten Aufzeichnungen über Dill findet man schon im alten Ägypten. Dort wurde Dill sowohl zum Würzen wie auch zum Heilen verwendet. Von dort aus gelangte der Dill nach Rom, und von dort aus wurde er von Nonnen und Mönchen in der ganzen christlichen Welt verbreitet. Dill, auch Gurkenkraut genannt, wird bei uns häufig in Gärten angebaut und ist ein beliebtes Gewürz. Aber als Heilkraut sammelt man die Früchte des Dills, sie enthalten das kostbare ätherische Öl in einer Konzentration von 2 – 4 %. In der Veterinärmedizin wird es gerne als Mittel zur Fresslust eingesetzt. Schon für Welpen ist der Dill, gemahlen, sehr gut, wenn sie nicht fressen wollen. Die größte Wirkung findet der Dill als Heilpflanze bei Magen- und Darmbeschwerden. Das Öl legt sich schützend auf die Schleimhäute in Magen und Darm. So werden diese entkrampft und der lindernde Effekt ist gleich da. Außerdem bekämpfen die Wirkstoffe Bakterien und regen die Produktion der Magensäfte an. So kann der Hund auch gut unverträgliche Dinge, die die Vierbeiner ja mal gerne fressen, den Körper ohne Schaden wieder verlassen. Als Einsatz zur Linderung können die Früchte genommen werden, etwa Ende August / Anfang September. Dazu schneidet man die doldenartigen Fruchtstände ab, sie werden kopfüber getrocknet, darunter spannt man ein sauberes Leinentuch. Wenn die Dolde getrocknet ist, sieht man in den Früchten die trockenen Körner, die kann man aus der Dolde herausschütteln und in einem sauberen Gefäß verwahren. Man zerstößt die Körner in einem Mörser und mischt sie dem Futter bei, die tägliche Dosis zwischen 0,5 – 2 g – je nach Größe des Tieres. Es ist auch für Hunde gut, die zu Koliken neigen. Bei trächtigen und säugenden Hündinnen liegen keine Erfahrungen mit Dill vor.

Gras fressen – soll der Hund das?

Gerade im Frühling, wenn das frische junge Gras wächst, sieht man besonders viele Hunde eben das Gras fressen. Aber selbst Experten müssen zugeben, dass es keine wissenschaftliche Erklärung für dieses Phänomen gibt. Da könnte man vermuten, dass ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel beim Hund vorliegt. Aber Untersuchungen haben gezeigt, dass auch ausgewogen und ideal versorgte Tiere gerne Gras fressen. Da junge Gräser viel pflanzliches Eiweiß enthalten, gelten sie für die Vierbeiner vielleicht als besonders schmackhaft. Es ist keinesfalls nötig, wie besorgte Hundehalter fragen, mit dem Hund zum Arzt zu gehen. Da gibt es die alte Weisheit, dass der Hund Gras frisst, um seinen Magen zu reinigen. Das hat sicher schon jeder mal gehört. Das sei vor allem der Fall, wenn die Hunde haaren. Wenn sie ihr Fell pflegen, verschlucken sie Haare. Das Gras soll einen Brechreiz auslösen, so das die Haare wieder raus kommen. Aber das lässt sich nicht bestätigen. Eben sowenig hat sich die These bestätigt, dass dem Gras fressen eine Magen- oder Darmerkrankung zu Grunde liegen könnte. Also sollte man einfach hingehen, die Vorliebe fürs Gras fressen zu dulden. Es scheint zum normalen Benehmen eines Hundes zu gehören. Kurioserweise ist aber beobachtet worden, dass es „ansteckend“ wirkt. Man hat ganze Hundegruppen beim gemeinsamen „Weiden“ beobachtet. Klingt ziemlich lustig oder?

Gesunde Grüße
Eure Sandra von DOG FIT

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